Facetten des Niederdeutschen

Schnipsel


E-Mail Dr. Frerk Möller vom 17.02.2016 Betreff: letʼs party


Schanneweert

Etelsen, 17. Februarmaand 2016


Leve Lüüd vun wiet un siet,
inʼn Dezember 2015 bün ik dat lesd Maal biʼt INS daarbi ween. Dat weern summa summarum 20 Jahr. Ik heff een Barg henkregen. Hett mi ok de meist Tiet Spaas bröcht. De lesden 10 daarvun hett dat nich good klappt mit dat Miteenanner vun uns all tosamen. Een paar Vörsitters hebbt wi versleten, een Mediation vergeigt.

So as een dat maken schall, wenn sowat as een ʼsystematische Behinderungʼ begäng is, heff ik allens upschreven - dat wat mi anʼt INS so scheen ist. Vun 2003 af an. In de Tiet is een anner Koleeg ruutgruhlt worrn, Peter Hansen mit ʼmienʼ Lindowprojekt wörr 2011 anne Wand fahrt. Dat hett dat INS een 10.000 Euro Schien kost. 2013 wurde dem INS von Gerichts wegen ein "nur als unprofessionell zu bezeichnender Umgang mit Fördermitteln" bescheinigt. Weitere Schriftstücke, in denen ich den damaligen Vorsitzenden Prof. Dr. Jörg Peters darauf hinweise, dass sich am INS erhebliche Kommunikationsdefizite aufgebaut haben, sind aktenkundig.

2011 weer ik meist dood. Een Gehirntumor. Een Jahr weer ik na de Stammzellentransplantation butenför. In de Tiet is wedder een niege Vörstand kamen, niege Mitstrieder (de Kolleg sien Söhn) hebbt wi ok kregen.

Für 2 1/2 Jahre war ich bei vollen Bezügen freigestellt, eine weitere Abfindung ist erfolgt - das ist das Ergebnis eines Aufhebungsvertrages, zu dem ich mich gezwungen sah - meine Familie fürchtete um mein Wohlergehen.

Die Satzung des INS wurde zugunsten des Kollegen eher absolutistsch orientiert geändert, das durchaus bewährte Geschäftsführer-Modell wurde gekippt. Nun gibt es dort nur eine Spitze und das ist augenscheinlich gewünscht.

Dem vom INS angeregten Gutachten, das der heutige Präsident des INS, Dirk Römmer (Pastor i.R.), in Auftrag gegeben hatte, ging die in einer Vorstandssitzung coram publico gemachte Äußerung voraus, dass ich bei positivem Ausgang weiterhin für das INS tätig sein könnte. Ohne dass ich davon wusste, wurde vom Arbeitgeber zusätzlich ein fachpsychatrisches Gutachten gewünscht. Nachdem das Gutachten zu meinen Gunsten ausfiel, setzte sich Dirk Römmer sofort mit dem Integrationsamt in Verbindung, um meine Kündigung zu betreiben. Verlässlichkeit geht anders.

Der mit dem Gutachten betraute Dr. Due schreibt am 5.12.2013, dass keine gesundheitlichen Bedenken gegen eine Wiederaufnahme der Vollzeitstelle als Geschäftsführer bestehen.

Na düssen ganzen Aggewars will - un mutt - ik nu, so as sik dat höört, tschüß seggen.

Wat blifft: is nich to glöven, wat Kollegen allens doon, daarmit se mi lerrig warrn.

Am meisten ärgert es, glaube ich, wenn ich einfach weiterlebe. Das will ich gerne tun. Es ist und bleibt unfassbar, wie viele Menschen damit beschäftigt waren, zu verhindern, dass ich je wieder das INS betrete. Unsummen sind dafür ausgegeben worden, damit dieses Ziel erreicht wird.

Festzustellen ist, dass es an der Wahrnehmung der Fürsorgepflicht und Verantwortung gegenüber der Einrichtung und deren Mitarbeitern allenthalben gefehlt hat - und weiterhin fehlt. Dies gilt sowohl für die betreffenden Vorstände als auch für die das INS finanzierenden Bundesländer. Hier nun als whistle-blower aufzutreten, fällt mir nicht leicht, aber wenn diese Zustände sich nicht ändern, ist die Zukunftsfähigkeit des INS nicht gegeben.

Schade für mich und schade für diese einzigartige, ehemals großartige Institution, die einen irreparablen Imageschaden und große finanzielle Verluste erlitten hat.

Ich schäme mich heute für "mein" - leider - ehemaliges Institut.

Un tschüß!

Dr. Frerk Möller