Facetten des Niederdeutschen

Schnipsel


Arthur Conan Doyle / Rainer Kramer (Übers.): De hünen Hund von dat Huus Baskerville


Sherlock Holmes sien verdüvelt swaarsten Fall.

Beliebte Serienhelden der Literatur dürfen nicht sterben, wenn es nach den Lesern geht. Als Doyle seinen Detektiv Sherlock Holmes 1893 in der Schweiz umkommen ließ, brach ein Entrüstungssturm aus. Mit dem Roman "The Hound of the Baskervilles" gab es 1901 dann ein Wiederaufleben des Detektivs. Es ist das beste Werk Doyles geworden.
Auch über hundert Jahre später kennt noch fast jeder Sherlok Holmes. Als die französische Tageszeitung Le Monde ihre Leser nach der Weltliteratur fragte, die am besten im Gedächnis geblieben sei, landete "The Hound of the Baskervilles" auf Platz 44 von 100. - Es ist eine schauerromantische Geschichte nach Art von Edgar Ellen Poe, aber verbunden mit der Rationalität eines Holmes, der die "Wissenschaft der Deduktion" perfekt beherrscht. Sie handelt von Kriminalität im englischen Adel, bei den Baskervilles in Devonshire. Die Übersetzung "Der Hund von Baskerville" ist falsch.
Der Dokumentar und Archivar Dr. Kramer hat schon einige Werke der Weltliteratur ins Plattdeutsche übersetzt.
Seine Rechtschreibung ist die des Sass. Abweichend vom Nordniederdeutschen nach Sass sind oft das Präteritum und der nicht durchgeführte e-Abfall bei Adjektiven. Kramer ist in einem kleinen Dorf im Raum Verden/Aller aufgewachsen. In seinen Dialekt liest man sich schnell ein.
Wie alle seine Übersetzungen ist auch dieses Buch in ausgezeichnetem plattdeutschen Stil geschrieben und sehr gut editiert, u.a. mit einem klugen Nachwort.
Fazit: Ein Werk der Weltliteratur in sehr guter Übersetzung. Diesem aus der heutigen plattdeutschen Literatur herausragenden Werk wünscht man große Verbreitung.
Peter Hansen
Das Buch ist erhältlich bei Plattschapp