Facetten des Niederdeutschen

Schnipsel


Theodor Storm: An Klaus Groth


Theodor Storm war ein großer Anhänger von Klaus Groth. Obwohl er seine Werke in Hochdeutsch schrieb, beherrschte er das Plattdeutsche gut - wie in Norddeutschland seiner Zeit üblich. Neben seinen bekannten Novellen (am bekanntesten: "Der Schimmelreiter") verfasste er zwei plattdeutsche Gedichte, angeregt und zu Ehren von Klaus Groth:

An Klaus Groth

Wenn´t Abend ward,
Un still de Welt und still dat Hart;
Wenn möd up´t Knee di liggt de Hand,
Un ut din Husklock an de Wand
Du hörst den Parpendikelslag,
De nich to Woort keem över Dag;
Wenn´t Schummern in de Ecken liggt,
Un buten all de Nachtswulk flüggt;
Wenn denn noch eenmal kiekt de Sünn
Mit golden Schiin to´t Finster rin,
Un, ehr de Slap kümmt un de Nacht,
Noch eenmal allens lävt un lacht -
Dat is so wat vör´t Minschenhart.
Wenn´t Abend ward.


Das Gedicht mit ausführlichem Glossar: niederdeutsche-literatur.de 〉〉